Anmeldung Anmeldung Infos zu § 95 Infos zu § 95 Erste Hilfe Erste Hilfe Familienrecht Familienrecht
Fünf Tipps, die Sie als Mutter und Vater bei Ihrer Trennung beherzigen sollten! Eine   Scheidung   oder   auch   eine   Trennung   ist   für   alle   Beteiligten   eine   schwere   Lebenskrise.   Aber   sie beinhaltet   auch   wiederum   eine   große   Chance.   Die   Erwachsenen   haben   die   Möglichkeit,   ein   zufriedenes Leben   zu   führen.   Kinder   wiederum   haben   die   Aussicht   auf   bessere   Bedingungen   für   eine   normale psychische Entwicklung, als jene Kinder, die die Konflikte der Eltern meist täglich miterleben müssen. Univ.   Prof.   Dr.   Helmuth   Figdor   hat   eine   Reihe   von   Empfehlungen   für   Eltern   erarbeitet.   Die   wichtigsten Inhalte dieser Empfehlungen werden nachstehend verkürzt angeführt.
GESUNDE KINDER MÜSSEN AUF DIE SCHEIDUNG DER ELTERN REAGIEREN Die   Erfahrungen   aus   der   Praxis   zeigen,   dass,   wenn   sich   Eltern trennen,    die    Kinder    manchmal    keinerlei    sichtbare    Reaktionen zeigen.   Die   meisten   Eltern   denken   sich:   “Bin   ich   froh,   dass   es   keine Probleme mit meinem Kind gibt”. Diese   Kinder   wirken   sehr   brav   und   angepasst   und   berichten   über keine   Sorgen   beziehungsweise   zeigen   kaum   ihre   Trauer.   Kinder, die   in   der   Wahrnehmung   der   Eltern   „nicht   reagieren“,   leiden   auch unter   ihren   Gefühlen.   Sie   zeigen   den   Erwachsenen   ihre   Gefühle   nur nicht.   Kinder   in   einer   Trennungssituation   haben   Angst   den   Papa   zu verlieren und vielleicht auch eines Tages die Mama. Wut,    Schuldgefühle,    Scham    und    auch   Trauer    sind    normale    und unvermeidliche    Gefühlsreaktionen    der    Kinder.    Kinder,    die    keine sichtbaren    Reaktionen    zeigen,    müssen     ermutigt    werden,    ihre Gefühle   zu   zeigen!   In   vielen   Fällen   ist   es   für   Kinder   sehr   sinnvoll,   professionelle   Hilfe   zu   bekommen.   Beispielsweise   hilft RAINBOWS  Kindern und Jugendlichen in dieser stürmischen Zeit.
DIE ELTERN TREFFEN DIE ENTSCHEIDUNGEN Nur   die   Eltern   treffen   die   Entscheidung   für   eine   Trennung   und   diese   sollte   unabhängig   von   den   Kindern   getroffen   werden.   Eine gute   Trennung   kann   weniger   schädlich   für   die   Entwicklung   des   Kindes   sein,   als   eine   langjährige   und   konfliktreiche   Beziehung seiner   Eltern.   Auch   eine   Verzögerung   einer   Trennung   hat   meist   nur   wenig   Sinn.   Eltern   glauben   manchmal,   dass   durch   eine Verzögerung   von   ein   bis   zwei   Jahren,   eine   Trennung   den   Kindern   dann   weniger   ausmachen   würde.   Für   Kinder   gibt   es   genau genommen keinen idealen Zeitpunkt beziehungsweise günstiges Lebensjahr für eine Trennung der Eltern. Für eine gute Trennung müssen Eltern eine Menge tun und leisten: Trauerarbeit,   Verlustbewältigung   und   konstruktives   Konfliktverhalten   sind   wichtige   Bestandteile   dafür.   Wenn   Eltern   unglücklich und   unzufrieden   sind,   können   sie   für   ihr   Kind   meist   nur   wenig   Empathie    aufbringen.   Eltern   sollten   daran   denken,   dass   sie   auch eine Vorbildfunktion “zum Glücklichsein” haben.
DIE SCHEIDUNG MUSS DEN KINDERN ERKLÄRT WERDEN Den     Kindern     müssen     die     Gründe     für     die     Scheidung     verständlich     und     unbedingt     ehrlich,     jedoch     kindgerecht     und altersentsprechend   erklärt   werden.   Jede   nicht   gegebene   Erklärung   wird   vom   Kind   durch   eine   Fantasie,   über   die   möglichen Gründe   der   Trennung,   ersetzt.   Diese   Situation   ist   für   Kinder   stets   beängstigend,   zumal   die   meisten   Kinder   die   Schuld   bei   sich selbst suchen und somit Liebesverlust und/oder Vergeltung durch die Eltern oder einen Elternteil fürchten. Aus   diesem   Grund   ist   auch   das   Erklärungsmodell   bezüglich der   elterlichen   Trennung   an   die   Kinder:   “Wir   streiten   uns   so viel   oder   wir   Eltern   haben   uns   nicht   mehr   lieb”,   tunlichst   zu vermeiden.   Diese   Erklärung   macht   Kindern Angst   und   sie   ist auch schlichtweg falsch. Der    Streit    verursacht    nicht    eine    Trennung,    vielmehr    das Ausbleiben   einer   liebevollen   Versöhnung.   Das   Problem   liegt in   der   Liebesbeziehung   und   in   der   Tatsache   wie   man   mit- einander   umgeht   und   wie   die   Erwachsenen   gelernt   haben Probleme   zu   lösen.   Erwachsene   streiten   sich,   aber   Kinder auch. In   Folge   kann   eine   solche   unüberlegte   Erklärung   über   die Trennung,   bei   einem   zukünftigen   Streit,   zum   Beispiel   mit   der Mama,   massive   Verlustängste   erzeugen.   In   der   Phantasie eines   Kindes   könnte   dies   mit   hoher   Wahrscheinlichkeit   bedeuten,   dass:   “Wenn   ich   mich   mit   Mama   streite,   sie   mich   dann   nicht mehr lieb hat und mich auch alleine lässt. Bei meinem Papa war das auch so”. Streiten   gehört   zu   jeder   Beziehung.   Das   eigentliche   Problem   ist   vielmehr   das Ausbleiben   liebevoller   Versöhnung,   die   das   Kind   in einer Scheidungs- oder Trennungssituation nicht mehr erleben kann.
DEN KINDERN DIE ANGST NEHMEN, AN DER SCHEIDUNG SCHULD ZU SEIN Die   meisten   Kinder      haben   große   Schuldgefühle.   Kinder   suchen   nach   Erklärungen,   warum   Mama   und   Papa   nicht   mehr zusammen   leben   möchten.   Der   erste   Gedanke   liegt   meist   sehr   nahe,   nämlich,   sich   selbst   die   Schuld    an   der   Trennung   der Eltern   zu   geben.   Kinder   denken,   sie   waren   zu   schlimm,   zu   frech,   haben   sich   zu   oft   dumm   angestellt   oder   in   der   Schule   zu   wenig gelernt. Es   ist   so   wichtig,    dass   beide   Elternteile   den   Kindern   immer   wieder   sagen,   dass   die   Probleme   beziehungsweise   die   Ursachen der   Trennung   eine   Sache   der   Eltern   ist.   Kinder   müssen   von   Mama   und   Papa   regelmäßig   vermittelt   bekommen,   dass   sie   nach wie vor beide Elternteile lieben dürfen und zu keinem von beiden halten müssen. Eine    intensive    Beziehung    zu    beiden    Elternteilen,    möglichst    nicht    durch    Loyalitätskonflikte    belastet,    ist    die    wichtigste Voraussetzung   dafür,   dass   Kinder   das   Scheidungserlebnis   gut   verarbeiten   und   ihre   kindliche   Entwicklung   langfristig   ohne überwiegend negative Folgen bleibt.
WENN ES ZU AUFFÄLLIGKEITEN BEI KINDERN KOMMT In   der   Beratungsstunde   bringen   Eltern   immer   wieder   Ihre   Bedenken   über die vereinbarten Besuchskontakte zum Ausdruck. In     der     Erziehungsberatung     ist     es     von     großer     Wichtigkeit,     die verschiedensten   Ängste   und   Sorgen   der   Eltern   ernst   zu   nehmen.   Nach einer     Scheidung     kann     es     im     Rahmen     der     Besuchsregelung     zu Auffälligkeiten   bei   Ihren   Kindern   kommen.   Viele   Eltern   berichten   darüber, dass   nach   einem   Besuchswochenende   bei   dem   anderen   Elternteil,   ihr Kind beispielsweise ein deutlich aggressives Verhalten zeigt. Das   Verhalten   kann   sich   aber   auch   in   einer   eher   ängstlichen,   auffällig ruhigen oder in einer regressiven Form zeigen. Bei   einem   regressiven   Verhalten   werden   Kinder   oft   als   sehr   anstrengend beschrieben.     Viele     Dinge,     die     schon     längst     erlernt     wurden,     sind regelrecht    wieder    verschwunden    oder    bereits    abgelegte    kleinkindliche Verhaltensweisen sind plötzlich wieder da. Es   kann   auch   zu   unerklärlichen   Ängsten,   zum   Beispiel Angst   vor   Dunkel- heit,   Angst   vor   dem   Alleinsein   in   Verbindung   mit   Albträumen   und   Schlafstörungen,   kommen.   Plötzliche   Angst   vor   Tieren   oder Gegenständen werden von den Eltern auch sehr oft beschrieben. Soweit   es   möglich   ist,   sollte   regressives   Verhalten   zugelassen   werden.   Viele   Kinder   fallen   auf   Grund   ihrer   Ängste   in   eine frühere, schon überwundene Entwicklungsstufe zurück. Ihr Kind braucht das, um sich wieder psychisch stabilisieren zu können! Mit   dem   richtigen   Vorgehen   der   Eltern   verschwindet   die   Regression   wieder.   Eltern   dürfen   nicht   darauf   hoffen,   dass   Kinder   die Scheidung beziehungsweise Trennung ohne massive Reaktionen hinnehmen können! Bevor   Sie   sich   für   eine   Veränderung   im   routinemäßigen   Alltagsleben   Ihrer   Kinder   entscheiden,   damit   meine   ich vor   allem   eine   Einschränkung   oder   Aussetzung   einer   Kontaktregelung,   sollte   baldigst   eine   fachliche   Meinung eingeholt werden. Kinder   müssen   in   einer   Scheidungs-   oder   Trennungssituation   reagieren.   Um   die   Situation   als   betroffener   Elternteil   besser verstehen   zu   können,   ist   Erziehungsberatung   eine   sehr   gute   Möglichkeit,   gute   Lösungen   für   alle   beteiligten   Personen   zu   finden. In erster Linie ist es notwendig zu verstehen, warum sich das Verhalten Ihres Kindes verändert hat. Ein   interessantes   Phänomen   ist   auch,   wenn   die   eigentliche   Trennung   der   Eltern   schon   mehrere   Jahre   zurückliegt   und   dann   die Kinder   plötzlich   in   ihrem   Verhalten   auffällig   werden.   In   einer   solchen   Situation   muss   zuvor   verstanden   werden,   was   sich   im Leben der Eltern und auch der Kinder verändert hat.
FAMILYWORKERS  -  1020 Wien, Untere Donaustraße 35/6
Praxisgemeinschaft für Erziehungsberatung
Erste Hilfe für Eltern bei Scheidung und/oder Trennung
FAMILYWORKERS