1 . die Fürsorge, Geborgenheit und der Schutz der körperlichen und seelischen Integrität des Kindes; 2 . die Wertschätzung und Akzeptanz des Kindes durch die Eltern; 3 . die Förderung der Anlagen, Fähigkeiten, Neigungen und Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes; 4 . die    Berücksichtigung    der    Meinung    des    Kindes    in   Abhängigkeit    von    dessen    Verständnis    und    der Fähigkeit zur Meinungsbildung; 5 . die   Vermeidung   der   Beeinträchtigung,   die   das   Kind   durch   die   Um-   und   Durchsetzung   einer   Maßnahme gegen seinen Willen erleiden könnte; 6 . die   Vermeidung   der   Gefahr   für   das   Kind,   Übergriffe   oder   Gewalt   selbst   zu   erleiden   oder   an   wichtigen Bezugspersonen mitzuerleben; 7 . die   Vermeidung   der   Gefahr   für   das   Kind,   rechtswidrig   verbracht   oder   zurückgehalten   zu   werden   oder sonst zu Schaden zu kommen; 8 . verlässliche   Kontakte   des   Kindes   zu   beiden   Elternteilen   und   wichtigen   Bezugspersonen   sowie   sichere Bindungen des Kindes zu diesen Personen; 9 . die Vermeidung von Loyalitätskonflikten und Schuldgefühlen des Kindes; 1 0 . die Wahrung der Rechte, Ansprüche und Interessen des Kindes sowie; 1 1 . die Lebensverhältnisse des Kindes, seiner Eltern und seiner sonstigen Umgebung.
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OBSORGE Können   sich   die   Eltern   im   Rahmen   eines   Scheidungsverfahrens   nicht   über   die Obsorge einigen, dann entscheidet das Gericht. Das   Gericht   hat   jetzt   die   Möglichkeit,   sofern   es   dem   Kindeswohl   entspricht,   die Phase    der    vorläufigen    elterlichen    Verantwortung     (Abkühlungsphase)     anzu- ordnen. Dabei   bleibt   die   bisherige   Obsorgeregelung   für   bis   zu   6   Monate    vorerst   aufrecht. Details   des   Kontaktrechts,   Erziehung   des   Kindes   und   Unterhaltsleistung   werden zwischen   den   Eltern   geregelt   oder   bei   Uneinigkeit   vom   Gericht   festgelegt.   Nach   Ablauf   der   6   Monate   entscheidet   das   Gericht endgültig   über   die   Frage   der   Obsorge.   Das   Gericht   kann   einem   Elternteil   alleine   die   Obsorge   zusprechen   oder   auch   die   Eltern mit    einer    geteilten    Obsorge     betrauen.    Bei    familiären    Gewalteskalationen    darf    vom    Gericht    die    Abkühlungsphase    nicht angeordnet werden! VÄTER HABEN EIN ANTRAGSRECHT Neu   ist   auch,   dass   unverheiratete   Väter   bei   Gericht   einen Antrag   auf   geteilte   oder alleinige   Obsorge   stellen   können.   Auch   hier   kann   vom   Gericht   eine   Abkühlungs- phase    angeordnet    werden.    Das    Gericht    entscheidet    für    6    Monate    über    eine vorläufige Lösung. WEITERE MÖGLICHE GERICHTSMASSNAHMEN Im   Rahmen   eines   Pflegschaftsverfahrens   kann   das   Gericht   eine   verpflichtende Erziehungsberatung   nach   §   107   AußStG    anordnen.   Den   Eltern   kann   eine   vor- gegebene    Stundenanzahl    für    eine    gemeinsame     Erziehungsberatung     vorge- schrieben   werden.   Die   Beratung   muss   von   den   Eltern   schriftlich   nachgewiesen werden. Auch    hat    das    Gericht    die    Möglichkeit    betroffene    Kinder    im    Rahmen    eines Pflegschaftsverfahrens zu unterstützen. Nach   §   104   AußStG    kann   ein    Kinderbeistand    v om   Gericht   bestellt   werden.   Ein Kinderbeistand   vertritt   die   persönlichen   Interessen   des   Kindes.   Eltern   haben   die Möglichkeit einen Kinderbeistand bei Gericht auch anzuregen. Ein   neue   Erweiterung   für   das   Gericht   ist   die   Familien-   und   Jugendgerichtshilfe . Eine    mit    Psychologinnen/Psychologen,    Pädagoginnen/Pädagogen    und    Sozial- arbeiterinnen/   Sozialarbeiter   besetzte   Stelle   steht   der   Richterin/dem   Richter   in kindschaftsrechtlichen Verfahren als Unterstützung zu Verfügung. Die   Familien-   und   Jugendgerichtshilfe   unterstützt   das   Gericht   auf   dessen   Auftrag bei   der   Sammlung   der   Entscheidungsgrundlagen,   der   Anbahnung   einer   gütlichen Einigung   und   der   Information   der   Parteien   in   Verfahren   über   die   Obsorge   oder   die persönlichen   Kontakte   und   erstattet   dem   Gericht   schriftlich   oder   in   der   mündlichen Verhandlung Bericht.   FJGH Informationsfolder KINDESWOHL Das    Kindeswohl    ist    ein    leitender    Grundsatz    im    Pflegschaftsverfahren.    Die Kindeswohlkriterien    wurden    im    §    138   AußStG    in    mehreren    Punkten    erläutert. Eltern haben demnach die Verantwortung für:
Begriff “Außerstreitgesetz” Im Außerstreitverfahren wird, wie im Zivil-prozess, über privatrechtliche Ansprüche entschieden. Allerdings geht es nicht um die üblichen Streitfälle.  Das Außerstreitverfahren ist flexibler und weniger förmlich als das strittige Ver-fahren. Es eignet sich daher besser für bestimmte, im Außerstreitgesetz aus-drücklich vorgesehene Angelegenheiten, wie z.B.:  Adoptionen, Verlassenschaftsverfahren, einvernehmliche Scheidungen, Unter-haltsverfahren, Regelung der Obsorge und des persönlichen Verkehrs zwischen Eltern und minderjährigen Kindern etc. Kindeswohlgefährdung Das Gericht ist verpflichtet, die zur Sicherung des Kindeswohls nötigen Ver-fügungen zu treffen, wenn Eltern durch ihr Verhalten das Kindeswohl gefährden.  Es darf die Obsorge für das Kind ganz oder teilweise, auch gesetzlich vorgesehene Einwilligungs- und Zu-stimmungsrechte, entziehen (§ 176 ABGB). Neues Familienrecht 2013
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Am   01.02.2013   trat   das   neue   Kindschafts-   und   Namens- rechts   -   Änderungsgesetz   2013   (KindNamRÄG   2013)   in Kraft.   Im   Wesentlichen   wurden   Neuerungen   im   Bereichen der    Obsorge,    des    Kontaktrechts    und    des    Namenrechts gestaltet. Aus   dem   Kindschaftsverhältnis   ergeben   sich   Rechte   und Pflichten     der     Eltern     gegenüber     ihren     Kindern     und umgekehrt. Wichtige    und    interessante    Details    sollen    hier    kurz erörtert werden:
Praxisgemeinschaft für Erziehungsberatung
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