Das Informationsgespräch für Eltern beim Kinderbeistand Bei   FAMILYWORKERS    werden   Mutter   und   Vater   zu   diesem   Gespräch   getrennt    und ohne   Kinder    eingeladen.   Wir   möchten   aber   darauf   hinweisen,   dass   bei   manchen Kinderbeiständen   eine   andere   Vorgehensweise    bestehen   kann!   Bei   diesem   Gespräch haben   die   Eltern   die   Gelegenheit,   den   Kinderbeistand   kennenzulernen   und   Fragen   zu stellen.   Der   Kinderbeistand   informiert   die   Eltern   über   den   Ablauf   und   über   seine Arbeit.   Der   Kinderbeistand   hat   in   der   Regel   nur   mit   den   Eltern   Kontakt,   wenn   die Termine    vereinbart    beziehungsweise    die    Kinder    zum    Kinderbeistand    gebracht werden.   Nur   in   Ausnahmefällen   kann   es   noch   einen   weiteren   Gesprächstermin   mit einem Elternteil geben, wie zum Beispiel in einer akuten Krisensituation.
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Was ist ein Kinderbeistand? Der   Kinderbeistand   ist   als   fachlich   ausgebildete   Person   ein   persönlicher   Ansprechpartner   für   Kinder.   Es   ist   seine   Aufgabe, Kinder   in   dieser   schwierigen   Situation   zu   unterstützen.   Der   Kinderbeistand wird   vom   Gericht   bestellt   und   erklärt   dem   Kind   in   einer   kindgerechten Sprache   das   Pflegschaftsverfahren   und   die   weiteren   Schritte.   Das   Kind wird   über   den   Verfahrensstand   und   seine   rechtliche   Stellung   aufgeklärt. Ein   Kinderbeistand   kann   für   Minderjährige   unter   14   Jahren,   bei   besonde- rem Bedarf mit deren Zustimmung auch unter 16 Jahren, bestellt werden. Für   Kinder   unter   5   Jahren   ist   es   nicht   sinnvoll   einen   Kinderbeistand   zu bestellen.    Die    sprachliche    Entwicklung    ist    in    der    Regel    noch    nicht ausreichend vorhanden, um die eigene Gefühlswelt zu beschreiben. Die   Kinderbeistände   bei   FAMILYWORKERS    sind   auch   dafür   ausgebildet, Kinder   mit   besonderen   Bedürfnissen    in   einem   Pflegschaftsverfahren   zu begleiten.   Die   Möglichkeit   einer   Begleitung   muss   aber   vorher   mit   dem Gericht   und   den   Eltern   abgeklärt   werden.   Ihr   Kinderbeistand   interessiert   sich   für   Ihr   Kind,   für   seine   Gefühle,   Ängste,   Phantasien und Ambivalenzen.
Die ersten Schritte Das   Gericht   ist   verpflichtet,   bevor   es eine       Entscheidung       über       die Obsorge   oder   das   Kontaktrecht   fällt, auch    zu    hören,    wie    es    dem    Kind geht,    was    es    möchte    und    wie    es sich   seine   Zukunft   vorstellt.   Gemäß §    104    a    Abs    1    (AußStG.)    Außer- streitgesetz       kann       ein        Kinder- beistand      vom      Gericht      bestellt werden.   Eltern   können   auch   selbst beim   zuständigen   Gericht   einen   Kinderbeistand   anregen.    Die   Richterin/der   Richter   wird   in   den   meisten Fällen    den    Wunsch    aufgreifen    und    einen    Kinderbeistand    bei    der    JBA    (Justiz- betreuungsagentur)       anfordern.      Die      Bestellung      des      Kinderbeistands      erfolgt ausschließlich    durch   das   zuständige   Gericht.   Die   JBA   führt   eine   Liste   qualifizierter Kinderbeistände   und   hat   dem   zuständigen   Gericht   auf   Anforderung   einen   konkreten Kinderbeistand namhaft zu machen. Wenn   der   Kinderbeistand   bestellt   wurde   und   der   Beschluss   dieser   Bestellung   rechts- kräftig ist, erhalten die Eltern eine Einladung zu einem Informationsgespräch.
Welche Funktion hat ein Kinderbeistand? Z um   einen   bietet   er   dem   Kind   einen   „sicheren   Raum“ ,   um   über   alles   sprechen   zu   können.   Er   gibt   dem   Kind   die   Möglichkeit, eine   Beziehung   zu   ihm   aufzubauen,   in   welcher   es   seine   Wünsche   und Sorgen   auf   neutralem   Boden   äußern   kann.   Der   Kinderbeistand   ist   nur dem   Kind   verpflichtet   und   unterliegt   der   Schweigepflicht.   Der   Inhalt   der Gespräche   mit   dem   Kind   wird   weder   an   Eltern,   Gericht   oder   Dritte,   zB. Rechtsanwälte,    weitergegeben.    Nur    so    kann    das    Kind    die    Sicherheit haben,   dass   es   sich   öffnen   und   über   seine   Ängste,   Sorgen   und   Wünsche sprechen kann. Zum    anderen    ist    der    Kinderbeistand    in    dieser    Zeit    Begleiter    und „Sprachrohr”    für   das   Kind.   Gemeinsam   mit   dem   Kind   wird   erarbeitet, was   es   dem   Gericht   und   den   Eltern   mitteilen   möchte.   Arbeiten   bedeutet, dass gemeinsam entdeckt wird, was das Kind zurzeit bewegt. In      diesem      „geschützten      Rahmen“      kann      das      Kind      auch      von Schuldgefühlen   und   einem   eventuellen   Loyalitätskonflikt   zwischen   den Eltern   entlastet   werden.   Es   kann   somit   Stellung   zur   Situation   beziehen, ohne    unmittelbare   Auswirkungen    zu    befürchten.    Wenn    das    Kind    den Eltern   und   dem   Gericht   etwas   mitteilen   möchte,   wird   diese   Botschaft   vom Kinderbeistand in eine Verhandlung mitgebracht. Kinder   haben   oft   fürchterliche   Angst   etwas   falsch   zu   machen.   Manche Kinder   entscheiden   sich   auch,   dem   Gericht   nichts   sagen   zu   wollen. Auch das   ist   völlig   in   Ordnung ,   weil   wesentlich   ist,   dass   ein   Kind   über   die Ängste   und   Sorgen   mit   einer   neutralen   Person,   dem   Kinderbeistand, sprechen kann. Wenn   das   Kind   möchte,   kann   der   Kinderbeistand   es   auch   zur   Sach- verständigerin/ zum      Sachverständiger      begleiten.     Nach     bisheriger Erfahrung    kann    der    Kinderbeistand    während    dem    Gespräch    nicht
Kinderbeistand in Pflegschaftssachen
FAMILYWORKERS  -  1020 Wien, Untere Donaustraße 35/6
KINDESWOHL und KINDESWILLE in der Kinderbeistandstätigkeit Das, was Kinder bewegt und was ihnen wichtig ist, kann manchmal von dem, was die Erwachsenen für gut befinden, abweichen.  Das Gericht sowie Familien-und Jugend-gerichtshilfe, Gutachterin/Gutachter und Kinder- und Jugendhilfe (Jugendamt) sind klar dem Kindeswohl verpflichtet.  Die Aufgabe des Kinderbeistands ist es, den Blick auf den Kindeswillen zu richten und diesen weiterzuleiten.  Manchmal wünschen sich Eltern oder Gerichte das Erarbeiten von Antworten auf bestimmte Fragen. Das Kind kann aber womöglich mit ganz anderen Inhalten beschäftigt sein.  Daher steht für den Kinderbeistand stets das im Vordergrund, was an Fragen, Gefühlen und Wünschen für das Kind im Moment wichtig ist.  Die Wünsche und Erwartungen der Er-wachsenen müssen für den Kinderbeistand im Hintergrund bleiben und können daher auch in diesem Kontext nicht gehört werden. Ein Kinderbeistand ist aber sehr wohl verpflichtet, bei Gefahr in Verzug eine Kindeswohlgefährdung zu melden.
Praxisgemeinschaft für Erziehungsberatung
FAMILYWORKERS
anwesend   sein.   Es   ist   allerdings   oft   schon   eine   emotionale   Stütze   für   das   Kind,   dass   es   der   Kinderbeistand   auf   den   Termin vorbereitet, und/oder es lediglich dorthin begleitet. Der    Kinderbeistand    kann    das    Kind    auch    zur    Familien-    und    Jugendgerichtshilfe     begleiten,    wenn    sich    das    Kind    eine Begleitung wünscht . Bei diesem Termin ist der Kinderbeistand während des Gesprächs anwesend. Vereinzelt   kann   es   auch,   sowohl   auf   Wunsch   des   Kindes   als   auch   der   Richterin/des   Richters,   bei   Kindern   über   10   Jahren   zu einem   Termin   bei   Gericht    kommen. Auch   in   dieser   Situation   wird   der   Kinderbeistand   dem   Kind   in   einer   kindgerechten   Sprache alles erklären, das Kind zur Richterin/zum Richter begleiten und beim Gespräch anwesend sein. In   der   Regel   dürfen   Eltern   oder   auch   andere   Bezugspersonen   beim   Gespräch   mit   dem   Kind   bei   Gutachterin/Gutachter, Familien- und Jugendgerichtshilfe oder Richterin/ Richter NICHT  anwesend sein! Der    Kinderbeistand    hat    auch    Akteneinsicht.    Er    bekommt    alle    notwendigen    und    aktuellen    Informationen     vom    Gericht beziehungsweise   besorgt   sich   notwendige   Unterlagen   für   seine   Arbeit.   Das   bedeutet   aber   nicht,   dass   er   den   Akt,   so   wie   ein Gutachter,   vom   Gericht   zugesandt   bekommt.   Es   ist   auch   nicht   die   Aufgabe   des   Kinderbeistands   ein   durchaus   aufwändiges Aktenstudium durchzuführen.